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Wanckel, Oskar Carl
Reeder, Spediteur und Großhändler

Der Direktor vom Speditionskontor in Schönebeck/Elbe. wurde am 11.12.1843 in Wildenfels/Sachsen geboren. Oskar Carl ist der Sohn einer Leipziger Lehrerfamilie und erlernte den Beruf eines Kaufmanns. Er heiratet am 16.09.1870 Marie Hauschild aus Leipzig. Sie ist nach 1-jähriger Ehe gestorben. In 2. Ehe heiratet er am 23.04.1878 Clara Lielske, eine Kaufmannstochter aus Leipzig. Sie hatten 2 Söhne, Wolfgang und Eberhard.

Es folgen Infos aus dem Internet, Schautafeln vom Elbufer-Förderverein und Texttafeln aus den Heimatmuseum Bad Salzelmen, sowie der Stammtafel der Familie Wanckel.
Im Interesse der Chronologie vermischen sich die Texte und werden nicht nach Quellen gesondert hervorgehoben.
Nicht in allen Fällen sind mir die Autoren bekannt.
Evl. Hinweise dazu nehme ich gerne entgegen.

1860 - Das Betriebsgelände wird vom anhaltischen Staat gekauft, um das in Staßfurt Leopoldshall geförderte Steinsalz auf der Elbe verschiffen zu können. Es wird ein Magazin errichtet und ein Antrag auf einen Bahnanschluss gestellt.

1865 - Der preußische Staat verweigert die Genehmigung zur Errichtung einer Spedition. Der Getreidehändler Carl Fritsche kann das Gelände billig von der anhaltischen Regierung erwerben, darf aber vorerst keine Spedition betreiben. Das Gelände ist einige Zeit ungenutzt.

1867 - Die nun gegründete Spedition Carl Fritsche bekommt den ersten privaten Bahnanschluss. Die Zweigbahn fuhr vom Bahnhof Schönebeck zum Fritschen Lagerplatz an der Elbe.

1868 - Der Kaufmann Oskar Carl Wanckel übernimmt die  Geschäftsführung des Speditions- und  Elbschiffahrts-geschäftes.


1872 - Die Firma wir zum Speditions- und Elbschiffahrtskontor AG Schönebeck umgewandelt.

1879 -  Die Wanckelschen Reederei mit zwei Kähnen gegründet.

1883 - Die Spedition Wanckel beantragt einen Telefonanschluss erhält ihn 1885 als erste von 10 Firmen in Schönebeck. Oskar Carl Wanckel baut den Betrieb kontinuierlich aus und gründet Zweigniederlassungen in Magdeburg, Burg, Hamburg, Halberstadt, Blankenburg und Aschersleben. Er hat ebenfalls die Aktienmehrheit.

1900 - Die Anzahl der Schiffe hat sich auf sieben erhöht.
Die die Reedereiflagge zeigt eine weiße Mondsichel und einen Stern auf blauem Grund.

1908 - ca. 1700 Kähne löschen im Wanckelschen Hafen Kali und Steinsalz, Dünger, Getreide, Futtermittel, Schwefelkies, Phosphate, Kohlen und diverses Stückgut.

Hauptumschlaggüter waren Kali- und Steinsalz, Dünger, Getreide und Futtermittel,  Schwefelkies, Phosphate und Kohlen. Zum Massengütertransport kam auch der regelmäßige Stückgutverkehr. Das Speditionsgeschäft und die damit verbundene Reederei entwickelte sich zu einer der bedeutendsten auf der Elbe.


1913 wurde der Bau eines firmeneigenen Hafens in Schönebeck begonnen. Es werden von den etwa 200 Arbeitern 488.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Oskar Carl Wanckel ist somit der fünftgrößte Spediteur an Elbe und Saale und beginnt den Bau eines Hafens in Frohse, der infolge des I. Weltkrieges erst  1924 beendet werden konnte.

1917 - Nach dem Tod des Firmengründers Oskar Carl Wanckel übernimmt hauptsächlich der jüngere Sohn Eberhard Wanckel den Betrieb, den er weiter ausbaut. Der ältere Sohn Wolfgang gehört zwar auch zur Führung des Spedition-Unternehmens, widmet sich aber sehr stark seinem Hobby der Archäologie.Er führt in Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zahlreiche bedeutende Grabungen durch.

1920 - Die Reederei verfügt jetzt über drei Schleppdampfer und 25 Kähne mit einer Tonnage von ca. 25.000 brt (Bruttoregistertonnen), obwohl sie auf  Grund des Versailles-Vertrages 1919 zwei Kähne abgeben musste.

1924 - Der Hafen in Frohse geht als 2. Hafen der Spedition in Betrieb.

1924 - 1949 Wolfgang Wanckel ist ehrenamtlicher Leiter und Sponsor des Kreismuseums in Schönebeck.

Oskar Carl Wanckel wirkte viele Jahre als einflussreicher Stadtrat sowie in Gremien der Elbschiffahrts-Unternehmen.

1946 - Die Firma liegt in der sowjetischen Besatzungszone und wird enteignet. Die noch vorhandenen Schiffe werden durch die Binnenreederei weiter genutzt. Die Häfen Schönebeck, Frohse und Magdeburg werden dem Magdeburger Hafen unterstellt.

Oskar Carl Wanckels Enkel, Carl Oskar Wanckel (1908 - 1978) die Spedition nach Hamburger verlegt und die Niederlassung bis 1970 weiterführt. Wolfgang Wanckel lebt bis zu seinem Tode im Jahr 1964 mit seiner Frau in der Villa Carlshall.

1963 wird der Güterumschlag im so genannten Schönebecker Stadthafen eingestellt.

Oskar Carl Wanckel starb am am 03. Dezember 1917, 8 Tage vor seinem 75 Geburtstag in Schönebeck. Sein Grab befindet sich auf dem alten Friedhof in Schönebeck, welcher jetzt allerdings der Busbahnhof ist.

Die Bilder zeigen Umfeld und Kontor und benötigen eigentlich keinen Kommentar, denn sie zeigen eindeutig was aus dem Hafen, dem alten und neuen Kontor und Direktorenvilla geworden ist ...



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