- - - Harald Bahr von Ehrenberg - - - - Kirchstr. Nr 2-4 Salzelmen
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The Savior
Dag Reinbott / www.terrasound.de
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Hier lebten einst Bettelmönche:
Kirchstraße Nr. 2 Dominikaner
Kirchstraße Nr. 3 Augustiner

Die Kirchstraße in Bad Salzelmen hat, bzw. hatte historisch wertvolle Häuser.

Im Haus Nummer 2 lebten einst Terminierer (Bettelmönche). Die Terminierer kamen um 1224 in die Magdeburger Gegend und hatten festgelegte Gebiete, die sie bebetteln durften. Diese Art, das Leben zu meistern, gab es im Mittelalter weit verbreitet. Die Ordensmitglieder wurden auch "Paulaner" genannt und weil sie einem "Armen Orden" angehörten, war es ihnen nicht gestattet Güter zu besitzen.

Man setzte auf die Barmherzigkeit der reichen adligen Pfännerherren und des wohlhabenden Bürgertums in der damaligen Zeit.

1469 wurde im nördlichen Teil des Hauses Nr. 2 eine Kapelle errichtet. Hier wurden von 1536 bis 1537, während des Einbaues der Deckengewölbe in der Johanniskirche, ersatzweise die Gottesdienste gehalten. Auf dem Grundstück Kirchstraße Nr. 2 wurden sehr starke Mauerreste gefunden. Es könnte hier ein sogenannter Wohnturm gestanden haben.


Auf dem Grundstück Nr. 2 lebten zur NS-Zeit die jüdischen Familien Sachs und Margoniner. Sie wurden nach Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Keiner von Ihnen hat überlebt.

Die Baufälligkeit des Denkmalgeschützten ungefähr 750 Jahre alten Hauses Nr. 2 stellte für die Ordnungshüter eine Gefahr dar.

Da sich die Besitzer in Israel nicht um die Sicherung des Einsturzgefährdeten Hauses kümmerten, wurde es im Auftrag des Landkreises im Jahr 2010 unter Auflagen des Denkmalschutzes abgerissen. Die Kelleranlagen, sollten auf jeden Fall erhalten bleiben. Aber, sie wurden leider ohne vorherige geschichtliche Aufarbeitung während  der Neubebauung verfüllt.



Einige Bürger hatten noch die Gelegenheit  den 'Kriechkeller' der Mönche (1,5m hoch)   zu besichtigen.

Jetzt ist davon nichts mehr vorhanden. 
Das Grundstück Nr. 2 ist in der Zwischenzeit vollständig neu bebaut worden.

Haus Nr. 3 ist liebevoll saniert worden und wird vom Bestattungsinstitut 'Harald Wunneburg' genutzt. Hier soll sich die Sammelstelle für Erbetteltes der Augustiner-Mönche befunden haben.

Laut einer Inschrift wurde das Haus 1483 erneuert. 1522 ging es für 50 Gulden in den Besitz des Rates von Groß Salze über und wurde durch einen Syndikus genutzt.


In diesem Haus befinden sich mittelalterliche Putzritzungen mit verschiedenen historischen Darstellungen aus Mittelalterlicher Zeit. Mir ist nicht bekannt, wer dort abgebildet ist, vielleicht Editha, die zweite Frau von Kaiser Otto?

Ähnliche Putzritzungen sind auch im Magdeburger Dom gefunden worden. Nach der wissenschaftlichen Erforschung werden sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Es gibt eine Abhandlung bzw. Vorträge von Prof. Danzl (Dresden) zur Technik der Putzritzungen, welche aber inhaltlich nicht öffentlich sind - Schade.

Die Geschichte der Terminierhäuser ist mir nicht durchgängig bekannt. Aber es gibt Erinnerungen der 1919 geboren Lehrerin Gertraud Homauer an die letzten Besitzerfamilien Hoffmann, Peters und Sachs.

In der DDR-Zeit wurde das Haus von der KWV verwaltet und bis 1980/81 ? bewohnt. Danach war es dem Verfall preisgegeben. Die Vandalen hatten einen neuen 'Spielplatz', die selbst das Dach nicht verschonten. Der Regen weichte die Lehmdecken auf. Dielen und Holzbalken verfaulten in kürzester Zeit.

Das alles noch so weit erhalten geblieben war, verdanken wir dem Umstand, dass es vermutlich im 18 Jahrhundert An- und Umbauten gegeben hat. Der Wohnturm wurde Wohnung und Lager und wurde mit der Kapelle und dem Schlafsaal zusammen neu überdacht. Eine Balkenkonstruktion im Dachstuhl lässt sogar vermuten, dass dort einst eine Glocke hing.

Auch unter dem Haus haben sich die "Höhlenforscher" vom Kulturbund und der Arbeitsgemeinschaft 'Denkmale und Heimatgeschichte' umgesehen. Leider aber nur Unrat gefunden. Zu mindest konnten sie den Abriss des Hauses 1981 noch verhindern.

Zitat aus einer Veröffentlichung, deren Quelle mir leider nicht bekannt ist:

Der Schatz in der Kapelle
1997 fand Lothar Göttling, der Stadtdenkmalpfleger, im alten Terminierhaus Kirchstraße 02 einen „Schatz“ unter einem Stein in einer Zigarrenkiste. Nebst Zigarren kamen hunderte russische Banknoten aus der Zarenzeit, holländische Gulden aus den 20er Jahren und 500 000 Kronen aus der Zeit der österreich-ungarischen Monarchie ans Licht. Wer auch immer sich das Geld dort in Sicherheit gebracht hatte, genützt hatte es ihm nichts.
Die letzten 6 Bilder dieser Serie stammen ebenfalls von Lothar Göttling.

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