- - - Harald Bahr von Ehrenberg - - - - Hummelberg
- - -       Harald Bahr von Ehrenberg      - - - - +++ Informationen und Bilder von Schönebeck und Umgebung +++
Everest
Scott Holmes / www.freemusicarchive.org
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Der Hummelberg

Schönebeck ist nicht der Vorharz, aber wir haben ein paar Hügel vor zu weisen. Es sind die Reste einer Endmoräne aus der Eiszeit. Hier ist also eine ganze Menge Geröll liegen geblieben. Das Eis war irgendwann weg und das 'Geschiebe' ist liegen geblieben. Und das immerhin 94,4 Meter hoch.
1600 soll es hier schon eine Bockwindmühle gegeben haben, welche aber 260 Jahre später nach Pömmelte gebracht wurde.
1838 wurde am Osthang ein Garten angelegt
1841 ein zweistöckiges Wohnhaus errichtet,
1844 wurde das Wohnhaus Restaurant und zum Ende der DDR-Zeit als Lager der Zivilverteidigung genutzt. Nach dem Verfall
1995 abgerissen. Geblieben ist bis heute der
1841 erbaute Eiskeller unter dem Haus,
bei dessen Grabungsarbeiten archäologische Funde gemacht wurden. Es ist zu vermuten, dass sich hier eine Heidnische Kultstätte befand.

Nun hatten wir eine Unternehmerfamilie mit dem Namen Allendorff  hier ansässig. Und weil es sich ganz in der Nähe der eigenen Kaiserbraurei anbot einen Sommersitz zu bauen,  wurde eben dieser Hummelberg auserkoren und dort 1870 der 12,9 Meter hohe Turm errichtet.


Da hoch gelegen diente das Gebäude im 2. Weltkrieg auch militärischen Zwecken. Selbst eine Familie bewohnte den Turm nach dem Krieg für kurze Zeit.

Eine weitere Nutzung gab es von 1956 - 1961 als Sternwarte und Aussichtsturm. Doch dann machte Schimmelbefall das Gebäude unbrauchbar. Irgend wann steckten russische Soldaten, die am Fuße des Hummelbergs in einer Kaserne lebten, das Gebäude an. Ausgebrannt steht es bis heute dort und sieht eher traurig als imposant aus. Doch es gibt noch Hoffnung.

Der "Förderverein Hummelberg-Turm" hat sich vorgenommen das Bauwerk zu retten. Die Liegenschaft konnte erworben werden und es gab Spenden. Die Unternehmer Olaf Mendel und Oliver Struve und der Baufachhändler Sporkenbach unterstützen den Wiederaufbau. Ich wünsche den Akteuren viel Glück bei dem Unternehmen.

Ich selbst habe wunderbare Erinnerungen an diesen Ort. Meine Familie wanderte oft mit mir dort hin. Für uns Kinder waren an den Sommerwochenenden Karussells aufgestellt und für die Erwachsenen gab es ein original Schönebecker Bier.

Ja Hügel und Täler gab es hier genug. So gingen wir Kinder im Winter zum Rodeln hin und wer sich traute befuhr die "Todesbahn". Gestorben ist hier natürlich keiner, aber man war stolz wie "Bolle" wenn man ohne Sturz unten heil ankam.

Da es am Hang auch eine Ziegelei gab, die hier die notwendigen Rohstoffe abbaute, entstand eine sogenannte Tonkuhle. Die war nun voll mit Wasser und somit eine herrliche Bademöglichkeit. Das Ufer war an manchen Stellen aber sehr glitschig , wenn man wieder aus dem Wasser wollte.

Die Freunde des Schießsports haben auch das Areal für geeignet gefunden und sich in einem Tal des Hummelberges einen Schießstand eingerichtet.

Unser Trinkwasser kommt seit dem Jahr 2000 aus Colbitz und Lindau. Es wird auf dem Hummelberg in 1.500 m³ großen Behältern gespeichert.

Die Freunde des Enduro-Motorrad-Sports haben sich auf gut 8.000 m² eine herrliche Rennpiste geschaffen.

So ein Gelände braucht natürlich Legenden. Es wurde über Generationen von einem unterirdischen Gang gemunkelt. Jeder wusste etwas zu berichten, aber Keiner wusste Bescheid. Ich möchte ja niemanden, der an den Gang glaubt zu nahe treten, aber es war wirklich nur der Eiskeller unter dem Haus.

Und ähnlich verhält es sich mit der "Bärenhöhle". Ich habe sie selbst erkundet. Ich hatte damals noch "Modellmaße" . Ein Bär hätte also da nie rein gepasst. Aber es war einfach wunderbar so unbeschwert herum spinnen zu können.

Ich hatte eine schöne Kindheit, denn Gott sei Dank gab es noch kein Handy und wir konnten nach Herzenslust mit einander spielen.

Da ich wieder einmal nicht alles aus eigenem Erleben wusste, stammen fast alle Daten und Fakten aus Beiträgen von WIKIPEDIA und Veröffentlichungen des Fördervereins Hummelberg-Turm

Bild 1 zeigt die Allendorff'sch Brauerei am Hummelberg, welche zu DDR-Zeiten zum Hadmersleber Brauereibetrieb gehörte. Ein paar Mauerreste gucken jetzt noch aus dem Boden. Die Konkurrenz war nach der Wende zu übermächtig um als Brauerei überleben zu können.

Ich habe zu meiner großen Freude von Herrn Christian Dobrich (www.Flug-Drohnen.de) die Erlaubnis bekommen Drohnenbilder aus seinem Archiv zu verwenden. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung meines Anliegens die Erinnerung an das was einmal war wach zu halten.

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