- - - Harald Bahr von Ehrenberg - - - - Dr. Tolberg
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Dr. Johann-Wilhelm Tolberg

ist am 24. Oktober in Iserlon geboren.
Er promovierte 1791 in Halle als Mediziner, danach war Stadtpysikus in Staßfurt und Halle.

Er kam am 1. Juli 1794 als Knappschaftsarzt nach Groß Salze. Als Wohnung wird der Breite Weg Nr. 1 (ehemals neben der Jakobikirche) in Schönebeck genannt.

Durch sein Wirken im Dienste der Medizin konnten viele Menschen Linderung erfahren. Die Erkenntnis, dass das Klima am Gradierwerk dem der Seeluft ähnlich ist brachte ihn auf die Idee mit Inhalation und Solebädern diverse Krankheiten zu heilen.

So entstand nach erfolgreicher Forschung am 21. September 1802, auf Spezialbefehl des Königs, das erste Badehaus mit 4 Wannen. Dieses Datum ist die Geburtsstunde des Kurbades in Groß Salze. In dem Buch „Schönebeck in alten Ansichten“ von Britta Meldau und Petra Bosse konnte ich lesen, dass die „Armen“ kostenlos das Badehaus nutzen durften.

Von 1806, bis er sich 1825 zur Ruhe setzte, war er Teilhaber des Solbades Elmen.

Er ist der ‚Geistige Vater‘ des Kurbetriebes in unserer Heimatstadt. Und wir sollten stolz darauf sein, dass es diese Einrichtung heute noch gibt.

Dr. Tolberg starb am 17. Sept. 1831 in Schönebeck. Ihm zu Ehren wurden das Kurbad, eine Straße und eine Schule nach ihm benannt.

Prachtvolle Bäder und ähnliche Einrichtungen entstanden nach dem Abriss des ersten Badehauses. Das Erlenbad, das Lindenbad, die Sol-Dunst-Halle, die Milch-Kur-Anstalt und die Promenaden am Gradierwerk. Und damit nicht genug. Das große Kurhaus, Konzerthallen,  und Cafés entstanden auf dem Areal, selbst ein Tennisplatz und Kinderspielplätze erfreuten sich großer Beliebtheit.

Rings um den „königlichen Kurpark Elmen“ schossen Hotels, Kindersanatorien- und Verwahranstalten, prächtige Villen und Pensionen aus dem Boden. Das ganze Umfeld lebte von den Besuchern des Parks und den Patienten seiner medizinischen Einrichtungen.

1902 wird zum 100-jährigen Bestehen des Solbades in der Festschrift von den Herren Goebel, Fricke und Schulte erwähnt, welche Krankheiten mit Sol-Dampfbäder, Trink- Sole, Sol-Wannenbäder, Sole Schwimmbäder, Moorbäder und Inhalation behandelt werden.

Es sind: Skrupellose Hauterkrankungen, Augenentzündungen, Ohrenerkrankungen, Herzschwäche, Knochenerkrankungen, Rachitis, Osteomalazie, Rheumatische Erkrankungen, Gicht, Frauenkrankheiten, Neuralgien, Neurosen,  Krankheiten der Atmungsorgane. Die Anwendungen dienten auch zur Nachbehandlung bei schweren allg. Erkrankungen und Verletzungen etc.

Im Jahr 2002 konnten wir das 200-jährige Bestehen des ältesten Solbades Deutschlands feiern...

... Doch schon 2 Jahre danach stahlen unbekannte die Bronzebüste des Kurparkbegründers. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Nach der Neujahrsnacht 2016 bemerkte Axel Duschek vom technischen Wachdienst des Soleparks „eine Schneise der Zerstörung, die sich vom Rosengarten bis zum Solequell zog“.

Auch die neue Dr. Tolberg-Büste, die mit mehreren tausend Euro Spendengelder von Bärbel Feldbach angefertigt wurde, ist diesem erneuten Vandalismus zum Opfer gefallen. Als wenn das nicht schon genug Schaden ist.

Ein weiteres Kunstwerk von Bärbel Feldbach wurde schwer beschädigt. Sie schuf als Replik 1999/2000 das sehr beliebte Fotomotiv „Knabe mit Reh“ im Rosengarten, nachdem das Original von Richard Göbel zerstört wurde. Dieses Mal schlugen der oder die Täter den Figuren die Köpfe ab.

Auch die 15 gesprengten Abfalleimer im Park boten den Einheimischen und fremden Gästen des Kurparks am Neujahrsmorgen ein beeindruckendes Bild sinnloser, blinder Zerstörungswut.

Schade, dass so ein Eindruck von Schönebeck in den Köpfen der Kurgäste hängen bleibt und in ihren Heimatstädten gewiss für Gesprächsstoff sorgt.

Ich wünsche mir, dass man den Vandalen bewusst macht, welchen Schaden an Werten und Image sie unserer Stadt angetan haben.      Ich schäme mich für euch !

Fotos und Textpassagen Julia Schneider/Volksstimme Schönebeck vom 04. Januar 2016
weitere Quellen:
Britta Meldau, Petra Koch, Günter Zenker, Wikipedia


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